Langzeit Test Philips Hue

Wir haben jetzt unsere Philips Hue ein Jahr im Einsatz, konnten es also ausgiebig testen und es wird Zeit ein Fazit zu ziehen und einen Erfahrungsbericht zu schreiben.


Was ist Philips Hue

Philips Hue ist ein LED basierendes Beleuchtungssystem welches man per App Steuern kann. Bis zu 50 Leuchtmittel können an einer Bridge (Steuereinheit) angeschlossen und zentral vom Smartphone oder Tablet mit statischen oder dynamischen „Lichtrezepten“ angesteuert werden. Phillips selber schreibt:

Philips hue ist ein App-gesteuertes Lichtsystem und kann zu einem Bestandteil Deines Alltags werden. Schaffe mit Licht Ambiente, wache gesünder auf oder schütze Dein Zuhause. Aber hue kann noch viel mehr. Entdecke die unendlichen Möglichkeiten.

Die Möglichkeiten habe ich jetzt ein Jahr lang entdeckt und will einmal mein Fazit zum Besten geben.

Philips Hue im Alltag

Licht an, Licht aus. Leuchtmittel haben alle einen Job, sie sollen auf Tastendruck einen Raum erleuchten. Das macht das Philips Hue System. Bei uns ist es ein der Wohn-/ Essbereich von ca. 40 qm der von dem Hue Starterset ausreichend in einem angenehmen Licht bestrahlt wird. Das macht das Hue System so gut, das ich 5 von 5 Sternen geben würde. Wird der Lichtschalter betätigt, startet das Hue System immer im Defaultmodus, also mit einer angenehmen Lichtfarbe und in Weiß.

Phillips Hue haben wieviel Watt?

Die Lichtstärke der Hue entspricht je Bulb 600 Lumen bei 8 Watt, ersetzen damit klassische 50W Leuchtmittel.

Obwohl ich später noch auf die App eingehen werde, möchte ich an dieser Stelle kurz auf die unterschiedlichen „weißen“ Lichtfarben eingehen. Voreingestellt in der App gibt es Lichtrezepte bzw. sog. Szenen mit unterschiedlichen Lichtfarben für Konzentration, Entspannung und Lesen, die allesamt sehr guten Anklang bei uns in der Familie finden.

Zentrale Steuerung über die Hue App

Um das ganze Potential auszuschöpfen benötigt man die Hue App, die es für Android und iOS gibt. Nutzer von Windows Telefonen gehen m.E. aktuell noch leer aus. Die App ist neben der Webseite myhue.com das zentrale Steuerelement für das Hue Belichtungssystem. Bis zu 10 Devices können eine Bridge steuern, also eine 5-köpfige Familie mit je einem Smartphone und einem Tablet.

Szenen für die Hue

Das setzen der einzelnen Punkte, die die Szene ergeben. Philips Hue iPhone App
Hue Szene, setzen der Lichtpunkte

Szenen sind im Grunde genommen beliebige Bilder, die aus jeder Quelle kommen können: im Web gefunden, mit dem Handy aufgenommen oder aus der Hue Community. Auf diesen Bildern kann nun für jeden Bulb einen Marker für einen beliebigen Punkt / Farbton setzen. Die Lampe leuchtet dann im entsprechenden Farbton und man kann die Helligkeit einstellen. Auf diese Art kann man beliebe Szenen (Beispiele: siehe Video) umsetzen und seinen Räumen einen individuellen Flair geben. Solche auf Bildern basierende Szenen nenne ich statische Szenen, dazu gibt es aber auch sogenannte dynamische Szenen. Letztere kommen in der Regel direkt als App und ermöglichen die Steuerung des Lichtes über Geräusche (Musik) oder simulieren das natürliche Flackern alter Glühbirnen mit Wolfram, flackernden Kerzenschein oder bieten besondere Effekte zu Anlässen wie Weihnachten oder Halloween. (Beispiele: siehe Video).

Alarme und Timer in der Hue App

Alarme und Timer sind eine feine Sache! Unser Haushalt steht unter der Woche um 6:00 auf. Entsprechend haben wir das Hue System so eingestellt, dass von Montags bis Freitags die Szene Sunset hochgedimmt wird. So haben wir jeden Morgen um 6 unseren eigenen Sonnenaufgang im Wohn- / Esszimmer. Um 8:00 Uhr beginnt dann der erste Sonnenuntergang bei uns im Haus, draußen ist es Hell und / oder alle haben das Haus verlassen. Also kann die Beleuchtung abgeschaltet werden bevor mit der Dämmerung die Lampen sich automatisch wieder einschalten. Dann dimmt die Beleuchtung hoch, die wir am Abend bevorzugen, diese fährt um 22:30 wieder runter. Für den Fall das mal jemand die Lampen nicht mit dem optionalen Hue Tap bedient hat, sondern klassisch über einen Lichtschalter, gibt es um 23:30 noch einmal einen automatischen Abschaltbefehlt – für den Fall, dass jemand das Licht hat brennen lassen.

Über die App kann man aber auch einen einfachen Timer einstellen. Alle Lampen gehen in einer frei wählbaren Szene an oder aus in einer frei wählbaren Zeit.

Geofencing bei der Philips Hue

Da bin ich noch nicht wirklich weiter. Ich hatte das mal auf meinem Smartphone eingerichtet und habe bei Verlassen des Hauses automatisch das Licht ausgeknipst. Das müsste ich noch mal bei allen Familienmitgliedern ausprobieren. So lang sich die Geräte im hauseigenen WLAN befinden, sollte ein einzelnes Telefon nicht dafür sorgen das das Licht ausgeht. Wobei ich mich auch nicht wirklich intensiv damit beschäftigt habe und sogar der Meinung bin, dass das via GPS und nicht via WLAN gesteuert wird. Ich sehe aber auch keinen Mehrwert darin, dass das Licht automatisch angeht nur weil ich mich dem Haus nähere.

Hue and Friends – wir haben erweitert

Nach gut einem Jahr haben wir das Hue System erweitert. Das hätten wir ja nicht getan, wenn wir nicht damit zufrieden gewesen wären. Zu unseren Erweiterungen gehören der Lichtschalter Hue Tap und die Friends of Hue Lampe Bloom.

Test: Hue Tap der kinetische Lichtschalter macht Hue perfekt

So lange wie normale Lichtschalter im Spiel sind machen alle automatischen Einstellungen wenig Sinn. Weder meiner Frau noch meinen beiden Kids konnte ich wirklich nachhaltig beibringen die Finger von den Lichtschaltern zu lassen. Denn wenn kein Strom an den Hue Bulbs anliegt können sie nicht funktionieren, da keine Steuerungssignale empfangen werden können. Trennt man die Hue nicht vom Stromnetz, so kann man zwar das Licht ausschalten aber das WLAN Modul bleibt auf Empfang und wird von der zentralen Bridge mit Informationen versorgt. Dabei ist der Stromverbrauch immer noch gering, so dass die Philips Hue die Energieeffizienzklasse von A+ erreicht.
Also haben wir einen Hue Tap gekauft um uns vom normalen Lichtschalter zu verabschieden und mehr von den möglichen Automatisierungen zu profitieren. Das erste was einem an dem Philips Hue Tap auffällt, er kommt ohne jegliche Stromversorgung aus. Der Tastendruck erzeugt die notwendige Energie die benötigt wird um der Bridge und damit allen angeschlossenen Leuchtmitteln mitzuteilen was gerade gewünscht ist. Total Faszinierend!

Allerdings kann man in den Schalter nur mit vier unterschiedlichen Szenen koppeln. Eine davon ist „alle Lampen aus“, damit bleiben nur noch drei Szenen übrig. Aber welcher Lichtschalter kann schon 4 unterschiedliche Befehle an Lampen abgeben? Von daher haben wir die Szenen aufgeteilt nach Leuchtmitteln und Situationen. Licht an, aber bitte nicht am Sofa, Abendbrot im Esszimmer und Licht an, aber gedimmt und auf unsere Bedürfnisse abgestimmt. Der Schalter kommt mit einem Frame, den man irgendwo ankleben oder anschrauben kann, mit einem Handgriff ist der Schalter aber vom Frame getrennt und kann als mobile Fernbedienung mitgenommen werden. Wer mehr über den Hue Tap wissen will, schaut einmal in das Video.

Test: Friends of Hue Hue – Living Colors Bloom

Die Bloom gehört zur Serie “Friends of Hue” und stellt eine der unterschiedlichen Erweiterungen dar. Eigentlich hat die Bloom bei uns lediglich den Job eine Wand farbig anzustrahlen und einen Akzent zu setzen. Erstaunlich gut wie sie das mit Ihren 120 Lumen macht und wie knallig dabei die Farben sein können. Viel mehr will ich eigentlich dazu nicht sagen 🙂

Hue Connectet oder was kann man noch mit der Hue anstellen?

Die Steuerung der Hue erfolgt über das ZigBee Protokoll für drahtlose Netzwerke mit geringem Datenaufkommen welches sich im Rahmen der Hausautomation langsam aber sicher durchsetzt, da es sich um einen offenen Standard handelt. Somit kann das Ambientbeleuchtungssystem Hue mit anderen Systemen kommunizieren. Zudem bietet die offene Architektur den Anschluss an Dienste wie IFTTT. IFTTT ermöglicht Benutzern „Rezepte“ nach dem Motto „If this then that“ („Wenn dies dann das“) zu erstellen. Als Trigger können mittlerweile angefangen von Facebook & Twitter alle möglichen Plattformen und Anwendungen abgegriffen werden. Konkret haben wir zum Beispiel die Hue mit unserer Netatmo Wetterstation gekoppelt. So teilt uns die Hue mit, wenn der innere Teil der Wetterstation zu hohe CO2 Werte ermittelt und färbt das Leuchtmittel in der Stehlampe rot. Wenn eine Unwetterwarnung für unsere PLZ ausgesprochen wurde färben sich alle unsere Bulbs entsprechend der Warnstufe.

Test: Fazit Philips Hue E27

Wo Licht ist, ist auch Schatten – Nachteile des Hue Systems

Hue ist in der Anschaffung nicht unbedingt günstig

Während andere viel Geld für Deckenlampen ausgeben haben wir lieber teure Leuchtmittel angeschafft und lediglich 30 Euro in die Fassungen, sprich Hängelampen investiert. Nach unserem Geschmack haben wir alles richtig gemacht. Unterm Strich hängen bei uns 260 Euro unter der Decke, was so manche Designerlampe alleine schon ohne Leuchtmittel kostet.

Hue kann noch teurer werden

Wir sind angefixt und haben erweitert. Ok, Tap und Bloom waren nur 130 Euro, man könnte aber auch noch Strips, eine Iris oder eine beyond Tisch oder Deckenlampe kaufen. Wenn man den will und genug Geld hat 🙂

Lichtschalter sind des Hue Tod

So lange man seine Finger von den Lichtschaltern lässt ist die automatisierte Welt in Ordnung. Trennt man allerdings ein Hue Element vom Stromnetz so schaltet es nicht automatisch mit den anderen mit oder via Lichtschalter gesteuert schlicht in weiss. Im Grunde kein Problem, man sollte es aber wissen.

Fazit des Philips Hue Reviews

Wir bereuen die Anschaffung nicht. Philips hat mit der Hue ein Produkt abgeliefert, welches regelmäßig Updates erhält, weiter entwickelt wird und vor allem auch in der Produktpalette erweitert wird. Das System ist robust, womit ich zum Ausdruck bringen möchte, das wir keine Ausfälle zu beklagen haben. Das wir erweitert haben zeigt ja, das wir an das System glauben und es auch nutzen. Aus meiner Sicht eine klare kaufempfehlung um mal ein klein wenig in das Thema Hausautomation rein zu schnuppern. Zudem finden die Frau das Licht auch sehr gut, so das man also auch keinen Streß zu hause bekommt, wenn man neue technik anschafft 🙂

Schreibe einen Kommentar